Offshore Windpark DanTysk

Offshore Windpark DanTysk

Der Offshore Windpark DanTysk sorgte für Promi-Auftrieb im Altonaer Speicher: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, sein Kollege der schwedische Wirtschaftsminister Mikael Damberg, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Thorsten Albig, Bürgermeister Olaf Scholz, Magnus Hall, Chef von Vattenfall und Florian Bieberbach, Chef der Stadtwerke München. Es fehlte ein Vertreter von Siemens, dem Lieferanten der Turbinen.

Einweihung des Offshore Windpark DanTysk

Eigentlich wäre das ein Auftritt für Jens Kerstan gewesen: ein Herzensanliegen grüner Energiepolitik wurde in Betrieb genommen und der Umweltsenator war nicht dabei. Vor Sylt entstand in knapp zweijähriger Bauzeit auf einer Fläche von 70 km² der Windpark DanTysk, der Strom für 400.000 Haushalte liefert. Der Windpark DanTysk ist ein gemeinsames Infrastrukturprojekt von Vattenfall („Wat’nfall, wat’n Schiet“ Stoßseufzer nach einem Stromausfall) und den Stadtwerken München. Nicht nur die Bauzeit ist bemerkenswert kurz (und blendet die ewig lange Zeit der Genehmigungen aus). Auch die gelösten Probleme sind beachtlich. Während der Eröffnungsfeier wurden ein paar Details berichtet.

Der Windpark besteht aus 80 Windrädern, die untereinander und mit einer Umspannstation verbunden sind. Von der Offshore-Umspannstation wird der Strom aufs Festland geleitet und über die verwaisten Leitungen des AKW Brunsbüttel in das deutsche Hochspannungsnetz eingespeist.

Die Redner waren sich einig, dass die Blockadehaltung der bayrischen Staatsregierung gegenüber neuen Stromtrassen für die Erfolg der Energiewende hinderlich ist. Sigmar Gabriel zeigte Sympathien für die aufwendigeren Erdkabel, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Stromtrassen von Nord nach Süd ein unverzichtbarer Baustein für die neue Energielandschaft sind. Sehr verklausuliert erinnerte der Bundeswirtschaftsminister mit dem Hinweis EEG 2014 (Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014) daran, dass die Betreiber des Windparks für jede kWh vom Steuerzahler (also dem Verbraucher) einen nennenswerten Zuschuss erhalten, und zwar über einen Zeitraum von sage und schreibe 20 Jahre.

Immerhin räumte der Wirtschaftsminister deutlich mit dem alten Schreckgespenst auf, dass der Verzicht auf Atomenergie Arbeitsplätze kosten wird. Statt der bisher 30.000 Arbitsplätze in der Atomindustrie zählte Sigmar Gabriel 300.000 Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien.

Greenpeace fällt aus der Zeit

Zur Demo-Folklore in Sachen Vattenfall und Gabriel gehört ein Protest von Greenpeace. Und was hätte man für tolle Transparente mitbringen können „Na, bitte geht doch: Wind statt Atom.“ oder „Endlich habt Ihr’s gerafft, Windkraft!“ Statt dessen ein lebloser Auftritt, der auch vor 30 Jahren so hätte stattfinden können: „Kohle muss im Boden bleiben!“ Lernfähig erweisen sich hier die gescholtene Konzerne: Während Greenpeace noch den Kohleabbau kritisiert, hat Vattenfall die Braunkohle schon längst abgeschrieben und sucht bereits einen Käufer für die Löcher in der Lausitz. In der schwedischen Version des Transparentes wirft Greenpeace dem Chef von Vattenfall, Magnus Hall, augenscheinlich vor, über Wind zu reden, aber Kohle zu verkaufen. Das holt den Protest auch nicht in das Jahr 2015. Die Transparente wurden nicht nur im Saal vorgeführt, sondern auch auf der Großen Elbstraße und – natürlich – der Elbe.

Immerhin, die Demonstranten ketteten sich nicht ans kalte Buffet.