G20 Gipfel in Hamburg

G20 Gipfel in Hamburg Olafs Rache

„Wenn ich ‘Nein’ gesagt hätte, wäre der G20-Gipfel nicht nach Hamburg gekommen.“

So die Antwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz auf die Frage, ob die Entscheidung, den G20-Gipfel nach Hamburg zu holen eine subtile Retourkutsche für das gescheiterte Qly,Olympia-Referdendum sei.

Olaf Scholz mit Heiligenschein

Olaf Scholz mit Heiligenschein

Am 27. Juni stellte der Regierungssprecher Steffen Seibert als Gast bei der Landespressekonfenz Hamburg die Entscheidung ähnlich dar.

Europa sei „dran“ gewesen. Der Gipfel trifft sich im Jahresrhythmus auf verschiedenen Erdteilen. Und da sei aus weiteren Gründe die Wahl auf Deutschland gefallen.

Und natürlich kann eine solche Veranstaltung nicht auf einem Dorf, wie etwa München stattfinden. Da brauche es Tausende von Hotelzimmern und Ressourcen aller Art. Und vor allem braucht man eine weltoffene Bevölkerung, die die Gipfelteilnehmer und Journalisten mit heißem Herzen willkommen heißt.

Warum die Wahl trotzdem auf Hamburg gefallen ist, blieb offen.

Hamburg ist ein Dorf, das von egoistischen, weltabgewandten Kleinbürgern bewohnt ist.

Aber sei es, wie es ist. Der G20 Gipfel in Hamburg ist nun mal da.

Warum bisher kein Bericht

Ja, der G20-Gipfel bestimmt das Leben und die Gespräche in der Stadt. Es gibt lustige Umzüge in den Straßen und Gummiboote auf der Alster, von denen aussagestarke Luftballon aufsteigen: weniger Armut! Mehr Freibier. Die Gipfelteilnehmer sind dem Vernehmen nach zusammengezuckt. Solche machtvolle Meinungskundgebungen wollen sie beim Verfassen des Abschlußdokumentes selbstverständlich einarbeiten.

Im Ernst: der Gipfel ist die Beachtung nicht wert. Die beteiligten Staaten verlieren in politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht an Bedeutung.

G20 – Loser, Autokraten, Diktatoren, Selbstdarsteller und Bankrotteure

Das Kürzel G20 steht für „Gruppe der 20“ und bezeichnet sich selber als die „wichtigsten Industrie- und Schwellenländer“.

Schauen wir doch mal, welche Länder beim G20 Gipfel in Hamburg von wem vertreten werden:

Die Europäische Union, vertreten von Herrn Junker, taumelt von einer Krise in die nächste. Gerade zahlt die EU ein paar Milliarden an Banken und Spekulanten, indem sie die fälligen Rückzahlungen Griechenlands übernimmt. Als Kredit, natürlich – einstweilen. Dann rettet die italienische Regierung im Alleingang ein paar italienische Banken, die so marode sind, dass nicht mal die EU einspringen mag. 17 Milliarden? Kein Problem: Kumpel Mario Draghi lässt die Druckerpresse das Wochenende durchlaufen. Polen und Ungarn treten gerade die ideellen Werte der EU mit Füßen, streichen Meinungs- und Pressefreiheit aus dem Wertekanon. Andere Staaten, deren Etat gleichfalls am Tropf der EU hängen, weigern sich beharrlich, Verpflichtungen aus dem Flüchtlingsabkommen zu übernehmen. Wichtige Industrieländer in der EU? Eher Fehlanzeige. Und Schwelle? Die meisten stehen wohl eher am Abgrund.

Saudi-Arabien, hat gerade für 100 Milliarden Dollar Waffen in den USA gekauft und bedroht das Nachbarland Katar: „Wehe ihr schaltet den Nachrichtensender Sharjah nicht ab und brecht die Kontakte zu Iran ab! Dann setzt es was. Eingefädelt hat diese Entwicklung der tagesaktuelle US-Präsident Donald Trump. Und vor allem soll Katar die Unterstützung der Terroristen einstellen.

„Nach Ihnen“, wäre wohl die richtige Antwort gewesen. Mit seiner rigiden Sicht auf die Welt und die Regeln und Gesetzen steht der Gottesstaat tatsächlich an einer Schwelle, und zwar an der zwischen Altertum und Mittelalter. Und das große Geld ist auch nicht mehr da, man hört, manche Saudis müssten schon wieder einem Broterwerb nachgehen, weil die Ölpreise so gesunken sind.

Welcher Regierungschef aus Brasilien anreist, ist auch unter dem Rubrum „tagesaktuell“ zu listen. Parlament und Gerichte jagen im Halbjahres-Rythmus die politischen Führungskräfte wegen Korruption vom Hof.

Japan wird von einer verknöcherten, beratungsresistenten Riege alter Männer regiert. Die Wirtschaftsleistung geht rapide zurück. Der Versuch, die Wirtschaft über billiges Geld anzukurbeln, hat nur zu einer schwindelerregenden Schuldenquote geführt. Sehenden Auges steigen die Verantwortlichen wieder in die Kernenergie ein: Nach 6 jahren haben die Menschen den unbedeutenden Vorfall in Fukoschima vergessen

Argentinien, Brasilien in herzlicher Abneigung verbunden, ist gerade mal nicht pleite, das kann sich aber jederzeit mit entsprechenden Gerichtsurteilen ändern, Wichtig? Für Finanzspekulanten bestimmt, Industrie? Bitte was? Schwellenland? Klar, da sind eine Menge Schwellen, über die Argentinien von einer Pleite in die nächste stolpert.

Die Schweiz ist übrigens genau aus diesen Gründen nicht in der elitären Gruppe: Sie hat eine starke Industrie. Sie hat ein gut funktionierendes, weltweit vernetztes Finanzsystem. Und sie ist nicht pleite. Auch Norwegen steht blendend da: keine Schulden, stabile Wirtschaft, vorbildliche Arbeitsbedingungen für die Presse und trotz Monarchie eine Demokratie mit Vorbildcharakter. Klar, dass Norwegen nicht in der Gruppe der 20 ist.

Soll ich fortfahren? Russland und Putin? Die Türkei und Erdogan? Die USA und Trump? Das Vereinigte Königreich mit -wenn sie nicht von ihren Leuten gemeuchelt wird- Theresa May? Mir fehlen die Worte.

G20 Gipfel in Hamburg Auf seiner Inauguration demonstrierte der Präsident der Vereinigten Staaten Donald J. Trump auch vor seiner Familie Stärke. Auguration Trump

Auf seiner Inauguration demonstrierte der Präsident der Vereinigten Staaten Donald J. Trump auch vor seiner Familie Stärke.

Wen haben wir noch?

Südafrika. Ja! Afrika! Man hat es entdeckt! Toll. Immerhin 1, in Worten „ein“ Land des Kontinents darf in der Rund teilnehmen, obgleich viele Despoten sich prächtig mit den Teilnehmern des G20-Gipfels austauschen könnten. Die Mensch leben dort ebenso gefährdet wie in Mexiko, weil der Staat es nicht schafft das Gewaltmonopol zu erlangen und Recht und Gesetz durchzusetzen

Mexiko! Nachbar der USA und von Donald Trump als Schurkenstaat identifiziert, der Mörder in die USA schickt und Arbeitsplätze stiehlt. Das werden sicher anregende Gespräche über Mauerbau und Drogenhandel.

Noch ein Schurkenstaat sitzt am Tisch: China! Donald Trump kommt zu dieser Einschätzung nicht wegen der himmelschreienden Defizite in Demokratie und Menschenrechte, sondern weil man in Peking Arbeitsplätze stiehlt, und zwar amerikanische. Nun ja, die Chinesen stehlen keine Arbeitsplätze. Trumps Manager-Kollegen haben die Arbeitsplätze nach China (und Mexiko und Vietnam und Bangladesch) entführt. Aber der tagesaktuelle Präsident der Vereinigten Staaten ist ein Held der Realityshows, nicht der Realität.

Es sieht nicht nach irgendeinem Konsens aus. Dennoch wird es, so Regierungssprecher Steffen Seibert, ein einvernehmliches Abschlussdokument geben.

Was das wert ist?

Nix.

Bericht zum Auftritt von Olaf Scholz vor dem G20 Sonderausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft.