Elbphilharmonie Schlüsselübergabe

Manch ein Hamburger wird gedacht haben: „Dass ich das noch erlebe …“: die Firma HochTief hat die Elbphilharmonie offiziell an die Hansestadt Hamburg übergeben, Es gab leider keinen auch nur symbolischen Schlüssel, sondern einen handlichen Ziegelstein – auch darin kann der Chronist eine Menge Symbolik sehen.

Elbphilharmonie Barbara Kisseler vor der Weißen Wand im Großen Saal

Elbphilharmonie Barbara Kisseler vor der Weißen Wand im Großen Saal

Eine wichtige Protagonistin in dem Geschehen erlebte die Fertigstellung der Elbphilharmonie tatsächlich nicht mehr. Die Kultursenatorin Barbara Kisseler verstarb wenige Tage vor der Schlüsselübergabe.

Die einen sagen so, die anderen so

Am 4. November 2016 war das Werk dann vollendet, das wie kein anderes in der Hansestadt die Gemüter bewegt hat. Die einen zweifelten am Sinn des Baus und sahen darin eher einen Musiktempel für Besserverdiener und hatten eine Vielzahl von alternativen Projekten, bei denen das Geld besser angelegt wäre.

Olaf Scholz Elbphilharmonie Schlüsselübergabe-Eröffnung-11. November 2016

Olaf Scholz Elbphilharmonie-Eröffnung-11. November 2016

Andere sind über die irrwitzigen Kostensteigerungen und die lange Bauzeit empört und sehen in dem Glas-Klinker-Ensemble in der Hafencity – auch wegen der seinerzeit ausgebliebenen Volksabstimmung (sic!) — zu diesem Bau einen Ausdruck despotischer Prunksucht.

Wie dem auch sei: die Elbphilharmonie ist fertig, und buchstäbliche alle Welt will die Elbphilharmonie sehen und – hören! Und die großen Stars der Musikszene wollen in dem Großen Saal spielen. Nicht immer zu den „demokratischen Preisen“ einer Kinokarte. Die Künstler geben sich den Taktstock in die Hand und geben ein Zusatzkonzert nach dem anderen – alle sind binnen Stunden ausverkauft.

Auch viele Hamburger haben schon die die Möglichkeit genutzt, die Plaza zu besichtigen. Zusammengefasst herrscht die Meinung vor: „Haben wir vielleicht gebraucht, aber es ist toll, dass wir sie haben.“

Darum gehört nicht viel Prophetie dazu, den Verein der Kritiker über kurz oder lang in das kritische Grundrauschen der „Wir sind dagegen!“-Initiativen zu verorten.

Alle Beteiligten luden am 4. November 2016 zunächst zu einer Pressekonferenz und dann alle Hamburger zur Besichtigung der Plaza ein. Die Pressekonferenz fand im Großen Saal statt. Für die meisten Journalisten war der Besuch der große Konzertsaal eine Premiere: Ich habe niemanden getroffen, der von der Höhe, Größe und der Anordnung der Ränge nicht beeindruckt gewesen wäre.

Podium für Sieger

Elbphilharmonie schlüsselübergaEröffnung Ascan Mergenthaler, Pierre de Meuron, Jacques Herzog, Olaf Scholz, Marcelino Verdez, Christoph Lieben-Seutter gelöste Stimmung bei den Protagonisten

Elbphilharmonie Eröffnung Ascan Mergenthaler, Pierre de Meuron, Jacques Herzog, Olaf Scholz, Marcelino Verdez, Christoph Lieben-Seutter gelöste Stimmung bei den Protagonisten

Auf der Bühne, deren Holzbelag schon arg ramponiert war, nahmen nur Sieger Platz. Ole von Beust versuchte zwar von ferne auf einer Barkasse ein bisschen Elbphilharmonie-Lorbeer abzustauben. Aber trotz wohlmeinender medialer Begleitung wirkte der Versuch peinlich. Richtig ist, der Bauauftrag für die Elbphilharmonie wurde von Ole von Beust unterschrieben. Gegen ihn hätte es die Elbphilharmonie nicht gegeben. Aber er hat als Bürgermeister auch das Planungsdesaster zu verantworten, dass die Elbphilharmonie in Misskredit gebracht hat. Ole blieb also außen vor. Zur Pressekonferenz war er nicht eingeladen. Olaf trägt den Lorbeerkranz alleine.

Sehen Sie die Bilder der Akteure Elbphilharmonie-fertig und die Eröffnung der Plaza für die Hamburger

Ascan Mergenthaler (Architekt),

Pierre de Meuron (Architekt),

Jacques Herzog (Architekt),

Olaf Scholz (Zahlmeister),

Marcelino Verdes (Chef Hochtief)

Christoph Lieben-Seutter (Intentant)

Der Sieger kassiert den Ruhm

Medieninteresse Elbphilharmonie-Eröffnung-11. November 2016

Medieninteresse Elbphilharmonie-Eröffnung-11. November 2016